70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Ausstellung

Die Geschichte der Menschenrechte ist auch eine Geschichte wiederkehrenden Zorns. Würden Menschen andere Menschen nicht seit Urzeiten misshandeln und unterdrücken, gäbe es kein Problem. Die Bedeutung universeller Rechte wird vor allem dort deutlich, wo Ungerechtigkeiten besonders groß sind. Die Schwarze Rosa Parks, die sich 1955 in den USA weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen Weißen zu räumen, die chinesischen Protestierenden, die 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens Demokratie und Meinungsfreiheit forderten, aber auch Sahin Alpay und Mehmet Altan, zwei türkische Journalisten, die sich 2018 erfolgreich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen ihre Inhaftierung wehrten – sie alle beriefen sich zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten auf die gleichen Grundsätze.

Vor 70 Jahren entstand ein Text, der seine Kraft bis heute entfaltet. Die Staaten der Vereinten Nationen verabschiedeten am 10. Dezember 1948 die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ – 30 Artikel, die das Bild einer Welt skizzieren, in der alle frei und friedlich miteinander leben können. Die Erklärung war revolutionär, weil sie erstmals allen Menschen auf der Erde die gleichen Rechte garantierte.
Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ bleibt revolutionär, weil auf sie verbindliche Menschenrechtspakte folgten, auf die sich Menschen in sehr vielen Ländern berufen können. Immer wieder konnten die Menschenrechte so staatlicher Willkür Einhalt gebieten. Und schon damals wurden elementare Rechte fest verankert – wie zum Beispiel das Recht auf Privatsphäre, das heute im Zeitalter der Digitalisierung wieder hochaktuell ist.
Es ist nicht so, als wäre nach 1948 schlagartig alles besser geworden. Die Geschichte der Menschenrechte ist auch die Geschichte ihrer Missachtung. Fortschritt kommt in Wellen, er ist nicht linear. Staaten haben die „Allgemeine Erklärung der Menschen-rechte“ zwar vor 70 Jahren erschaffen, doch es scheint, als wären sie gegenwärtig nicht sonderlich an ihrer Weiterentwicklung interessiert. Im Gegenteil: Viele Regierungen sehen sich nicht mehr an ihre Verpflichtungen gebunden.
Deshalb ist das Engagement Einzelner wichtiger als je zuvor – sei es im persönlichen Umfeld oder im politischen Raum. Denn nur, wenn wir zu jeder Zeit und an jedem Ort auf die universellen Prinzipien pochen und wir denen den Rücken stärken, die sich tagtäglich für die Rechte anderer einsetzen, können wir die Vision der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ bewahren.

Um einen Beitrag zu leisten, die Vision von universellen Rechten, die für alle und jede und jeden gelten, zeigen wir diese Ausstellung. Sie blickt auf einzelne Menschenrechte sowie Ereignisse und Persönlichkeiten, die exemplarisch für die Entwicklungen in den vergangenen 70 Jahren stehen. 30 Bilder können der Komplexität dieses Thema nicht annähernd gerecht werden – sie setzen vielmehr Schlaglichter, die uns an Meilensteine und an Rückschläge erinnern, und auch daran, von welchen Rechten viele von uns tagtäglich Gebrauch machen.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Bischöflichen Akademie vom 25. Oktober bis 1. Dezember 2019 besucht werden.

Zur Vernissage am Sonntag, dem 27. Oktober von 15.00 bis 17.00 Uhr laden wir herzlich ein.

Kontakt

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