Schwarz ist der Ozean – Infoabend mit Diskussion, Musik und Austausch

Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?

Informationsveranstaltung zur Ausstellung „Schwarz ist der Ozean“ – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“ in Kooperation von Amnesty International, dem Büro der Regionen, der Citykirche und der Aachener Save-me-Kampagne.

Serge Palaise
wird in die von ihm konzipierte Ausstellung „Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“ einführen. Wer aus Afrika flieht, dem eilt schnell der Ruf eines „Wirtschaftsflüchtlings“ voraus und es wird unterstellt, dass er Menschen sich bei uns in ein gemachtes Nest auf Kosten der Allgemeinheit setzen möchte, während selbst das Nest nicht gemacht wurde.“ prangert der Fachpromotor Flucht, Migration und Entwicklung an. Die Ausstellung schlägt einen weiten Bogen von den aktuellen Flucht-Bewegungen bis zur Geschichte Europas und Afrikas der letzten 500 Jahre. Basierend auf dem Zyklus „L’océan noir“ des togolesisch-französischen Malers William Adjéte Wilson, der die historischen Etappen in bunten Stoffbildern festgehalten hat, werden die Beziehungen von Europa zu Afrika kurz und eindeutig zusammengefasst.
Anna Bartz
(Medizinstudentin aus Düsseldorf) hat mit der Organisation „Jugend rettet“ Flüchtlinge vor der libyschen Küste vor dem Ertrinken bewahrt. Im Oktober 2015 wurde der Verein „Jugend rettet“, dessen Mitglieder derzeit alle zwischen 20 und 35 Jahren alt sind, gegründet. Auslöser waren wiederkehrende Berichte über Menschen, die bei ihrer Flucht im Mittelmeer ertrinken. Die Gründer wollten selbst aktiv werden. Im Mai 2016 kaufte der Verein, über Spenden finanziert, ein ausgedientes Schiff und baute es um. Im Juli 2016 konnte die „Iuventa“ erstmals in See stechen. Anna Bartz war fast von Anfang an dabei. Auch sie wollte etwas unternehmen und ist schon bei einigen Missionen mitgefahren. Im August letzen Jahres wurde die „Juventa“ beschlagnahmt. Über die Arbeit und die Kriminalisierung privater Seenotrettung wird Anna Bartz aus erster Hand berichten.
Jens Dieckmann
ist Rechtsanwalt und bundesweit im gesamten Bereich des Asyl- und Ausländerrechts tätig. Er ist Mitglied der Rechtsberaterkonferenz der freien Wohlfahrtsverbände und des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen in Flüchtlingsfragen. Sein Thema lautet: „Straflosigkeit an Europas Seegrenzen?“. Unter anderem auf folgende Fragen wird er in seinem Beitrag eingehen: Welche allgemeinen Regeln des See- und Völkerrechts gelten für die Seenotrettung im Mittelmeer? Welchen individuellen menschen-, flüchtlings- und völkerrechtlichen Schutz genießen Flüchtlinge auf Hoher See? Machen sich Staaten bzw. staatliche Akteure nach den Regeln des Völkerstrafrechts strafbar, wenn sie Seenotrettung aktiv vereiteln oder untätig bleiben?

Für den passenden musikalischen Rahmen konnten wir Juan Pablo Raimundo mit seiner Gitarre gewinnen.

Bei einem kleinen Imbiss laden wir zum Austausch im Anschluss an die Veranstaltung herzlich ein.

An unserem Infostand möchten wir auf die unhaltbaren Zustände in Libyen und im Zentralen Mittelmeer aufmerksam machen. Von daher bitten wir um Unterstützung unserer Postkartenaktion an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit den Postkarten forden wir die Kanzlerin auf, sich für die Freisetzung aller derzeit inhaftierten Migrant_innen und Flüchtlinge einzusetzen, Seenotrettung wieder zu ermöglichen und sichere und legale Fluchtwege nach Europa zu schaffen.

Vom 25.06. – 08.07. kann die Ausstellung „Schwarz ist der Ozean“ – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“ während der Öffnungszeiten der Citykirche angeguckt werden.

Kontakt

Amnesty International
Asylgruppe Aachen
Adalbertsteinweg 123 a/b
52070 Aachen

Mail: asylgruppe-1206@amnesty-aachen.de
Hotline: +49 177 4158818 (Mo. 18-20 Uhr & Fr. 13-15 Uhr)

Asylgruppe: http://www.amnesty-aachen-asylgruppe.de
facebook: http://facebook.com/amnesty.asylgruppe.aachen

Save-me-Kampagne: http://www.save-me-aachen.de/
facebook: http://facebook.com/savemeaachen

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